Was hilft gegen Frizz? Ursachen und die Anti-Frizz-Routine
5 Min. Lesezeit Pflege-Wissen Aktualisiert am 23. Juli 2026
Frizz ist kein einzelner Haartyp. Er kann durch Luftfeuchtigkeit, Trockenheit, Schäden, Reibung oder die natürliche Struktur von Wellen und Locken entstehen. Deshalb funktioniert eine schwere Glättungsroutine bei feinem Haar oft ebenso schlecht wie eine zu leichte Routine bei kräftigem, trockenem Haar. Der erste Schritt ist also nicht das Produkt, sondern die Frage: Welche Art von Frizz hast du überhaupt, und wie stark und strukturiert ist dein Haar? Die kurze Antwort vorweg: Frizz beruhigt sich, wenn du die richtige Ursache angehst und die Pflege an deine Haarstärke anpasst.
Warum Frizz entsteht
Jedes Haar ist von einer äußeren Schuppenschicht umgeben. Liegt sie flach und glatt an, wirkt das Haar geordnet und reflektiert Licht gleichmäßig. Stellen sich die Schüppchen dagegen auf, sieht das Haar rau, uneben und fliegend aus. Genau das nehmen wir als Frizz wahr.
Warum sich die Schuppenschicht aufstellt, hat mehrere mögliche Ursachen, die sich oft überlagern:
- Luftfeuchtigkeit: Trockenes Haar zieht Wasser aus der Luft, quillt ungleichmäßig auf und kräuselt sich.
- Trockenheit: Fehlt Feuchtigkeit im Haar, liegt die Schuppenschicht von vornherein nicht glatt an.
- Schäden: Färben, Blondieren, Hitze oder häufiges Waschen machen die Faser porös, und poröses Haar frizzt deutlich stärker.
- Reibung: Raues Handtuch, Baumwollkissen oder ständiges Anfassen rauen die Oberfläche mechanisch auf.
- Struktur: Wellen und Locken haben von Natur aus eine unregelmäßigere Oberfläche und neigen dadurch schneller zu Frizz.
Das erklärt auch, warum es kein einzelnes Wundermittel gibt. Der Hebel liegt darin, die passende Ursache anzugehen und die Routine an Haarstärke und Struktur auszurichten.
Welche Art von Frizz hast du?
Bevor du zu Produkten greifst, ordne dein Haar grob ein. Meist trifft eines dieser drei Bilder am ehesten zu:
- Feuchtigkeits-Frizz: Dein Haar wird vor allem an schwülen Tagen, bei Regen oder nach dem Sport kraus, ist an guten Tagen aber relativ glatt. Hier steht das Versiegeln gegen Luftfeuchtigkeit im Vordergrund.
- Trockenheits- und Schadens-Frizz: Dein Haar ist dauerhaft rau, stumpf und fliegend, oft nach Färben oder Blondieren. Hier zählt Feuchtigkeit plus Reparaturpflege, bevor Styling überhaupt greift.
- Struktur-Frizz: Deine Wellen oder Locken lösen sich in einzelne krause Härchen auf, statt als definierte Strähne zu fallen. Hier geht es um Definition und Halt, nicht ums Glätten.
Kräftiges Haar verträgt und braucht dabei reichhaltigere Pflege als feines Haar, dazu unten mehr. Wenn du unsicher bist, ordnet die Haaranalyse Frizz, Haarstärke, Struktur und Schäden gemeinsam ein.
Was bedeutet das bei MONAT?
MONAT löst Frizz nicht mit einem einzigen Glättungsprodukt, sondern über abgestimmte Systeme, die zur Haarstärke passen. Für feineres bis mittleres Haar gibt es die eine Stufe, für mittleres bis kräftiges Haar die reichhaltigere. Der Gedanke dahinter ist immer derselbe: erst das Haar von innen mit Feuchtigkeit sättigen, dann außen versiegeln, damit die Luftfeuchtigkeit weniger Angriffsfläche findet. Bei Wellen und Locken kehrt sich das Ziel um. Dort geht es nicht ums Glätten, sondern darum, die Struktur zu definieren und zu halten.
Routine für feines bis mittleres Haar
Feines bis mittleres Haar wird von zu schwerer Glättungspflege schnell platt und strähnig. Es braucht eine leichte Basis, die glättet, ohne zu beschweren.
- Reinigen und pflegen: Das Smoothing Anti-Frizz™ System I ist auf feineres bis mittleres Haar abgestimmt und legt die glättende Grundlage, ohne die Längen zu beschweren.
- Föhnvorbereitung: Ins handtuchfeuchte Haar das Smoothing Anti-Frizz™ Föhn-Spray einarbeiten. Es glättet beim Föhnen und hilft, fliegende Härchen zu bändigen.
- Finish sparsam: Wenn dein Haar es verträgt, ein bis zwei Tropfen REJUVENIQE® in den Händen verreiben und ausschließlich in die Spitzen tupfen. Bei feinem Haar wirklich minimal, sonst wirkt es schnell fettig.
Dosier die Menge nach Haarfülle: Bei feinem Haar reicht oft ein einziger Sprühstoß Föhn-Spray, bei mittlerer Fülle zwei bis drei. Weniger, dafür gleichmäßig verteilt, sieht meist besser aus als zu viel Produkt.
Routine für mittleres bis kräftiges Haar
Kräftiges, dichtes oder sehr trockenes Haar darf reichhaltiger gepflegt werden, sonst bleibt es rau und lässt sich kaum glätten.
- Reinigen und pflegen: Das Smoothing Anti-Frizz™ System II ist auf mittleres bis kräftiges Haar ausgelegt und gibt mehr Geschmeidigkeit als System I.
- Intensivpflege: Ein- bis zweimal pro Woche darf es tiefer gehen. Der Smoothing Anti-Frizz™ Deep Conditioner oder die reichhaltige Super Feuchtigkeitsmaske versorgen die Längen zusätzlich mit Feuchtigkeit. Kurz einwirken lassen, kühl ausspülen.
- Vor dem Styling: Erst den Restore™ Leave-In Conditioner in Längen und Spitzen geben, dann das Smoothing Anti-Frizz™ Föhn-Spray. Zum Schluss ein paar Tropfen REJUVENIQE® in die Spitzen, bei kräftigem Haar darf es etwas großzügiger sein als bei feinem.
Auch hier gilt: erst Feuchtigkeit, dann Öl zum Versiegeln, nicht umgekehrt.
Welches der beiden Systeme wirklich zu dir passt, klärt der Vergleich im Ratgeber Smoothing System I oder II.
Routine für Locken und Wellen
Bei Wellen und Locken ist Frizz meist kein Zeichen von Schaden, sondern gehört ein Stück weit zur Struktur dazu. Ziel ist deshalb nicht Glätten, sondern Definition und Feuchtigkeit.
- Definieren: Ins nasse, gut durchfeuchtete Haar die Curl Perfection™ Lockendefinierende Creme einarbeiten, um die Locke zu formen.
- Halt geben: Darüber das Curl Perfection™ Gelée für Feuchtigkeit und Halt, um die Definition über den Tag zu tragen und Frizz einzudämmen.
- Trocknen: Mit Diffusor auf niedriger Stufe oder an der Luft trocknen und dabei möglichst wenig anfassen. Jedes Berühren im feuchten Zustand erzeugt Frizz.
Mehr zur Pflege von Wellen und Locken findest du im Ratgeber Locken und Wellen pflegen. Vor jedem Hitze-Styling gehört außerdem ein Hitzeschutz ins Haar, auch bei Locken.
Luftfeuchtigkeit und Auffrischen am zweiten Tag
An schwülen Tagen zieht trockenes Haar Feuchtigkeit aus der Luft und kräuselt sich. Der beste Schutz ist ein von innen gut versorgtes Haar plus eine leichte Versiegelung außen, dann hat das Haar weniger Grund, sich an der Luft zu bedienen.
Am zweiten Tag musst du nicht neu waschen. Bei glattem bis welligem Haar reicht oft ein Sprühstoß Föhn-Spray auf die kritischen Partien und kurzes Nachföhnen. Locken lassen sich mit dem Curl Perfection™ Auffrischungsspray wieder aktivieren: Haar leicht anfeuchten, die Locke in der Hand nachformen, trocknen lassen. So bleibt die Definition erhalten, ohne dass du täglich wäschst.
Kurz gefragt
Welches Anti-Frizz-System passt zu meiner Haarstärke?
Für feines bis mittleres Haar ist das Smoothing Anti-Frizz™ System I gedacht, weil es glättet, ohne zu beschweren. Mittleres bis kräftiges Haar profitiert vom System II mit mehr Geschmeidigkeit. Im Zweifel entscheidet die Haarstärke, nicht der Frizz allein.
Hilft Öl gegen Frizz?
Öl allein ist keine vollständige Anti-Frizz-Lösung und auch kein Hitzeschutz. Es versiegelt nur die Feuchtigkeit, die bereits im Haar ist. Ohne vorherige Feuchtigkeitspflege wirkt es schnell strähnig. Wenige Tropfen REJUVENIQE® in den Spitzen als Finish sind sinnvoll, mehr nicht.
Warum wird mein Haar bei Luftfeuchtigkeit kraus?
Weil trockenes oder poröses Haar Wasser aus der feuchten Luft aufnimmt, ungleichmäßig aufquillt und sich die Schuppenschicht öffnet. Je besser das Haar von innen gesättigt und außen versiegelt ist, desto weniger reagiert es auf schwüle Tage.
Wie frische ich Locken ohne Waschen auf?
Haar leicht anfeuchten oder das Curl Perfection™ Auffrischungsspray verwenden, die Locke in der Hand nachformen und trocknen lassen. So aktivierst du die Struktur wieder, ohne die Definition durch eine komplette Wäsche zu verlieren.
Du willst wissen, was genau dein Haar braucht? Mach die kostenlose Haaranalyse. In wenigen Minuten siehst du dein Haarprofil, und auf Wunsch stellt dir eine persönliche Beraterin aus unserem Team die passende Anti-Frizz-Routine zusammen.