Haarpflege-Lexikon: Begriffe von A wie Aufbau-Kur bis Z

Silikone, Porosität, Co-Washing, Hitzeschutz: Das Haarpflege-Lexikon erklärt die wichtigsten Begriffe verständlich und ehrlich — mit Links zu passenden Ratgeber-Artikeln.

Ausspülbare Pflege
Pflegeprodukte wie Conditioner oder Spülungen, die nach kurzer Einwirkzeit wieder ausgespült werden. Sie glätten die Schuppenschicht, erleichtern das Kämmen und geben dem Haar Geschmeidigkeit, ohne es dauerhaft zu beschweren. Aufgetragen werden sie in Längen und Spitzen, nicht am Ansatz.
Balayage
Eine Freihand-Färbetechnik, bei der Strähnen wie von der Sonne aufgehellt in das Haar gemalt werden. Der Übergang zum Ansatz bleibt weich, wodurch nachwachsendes Haar weniger auffällt als bei einer klassischen Coloration. Wie jedes aufgehellte Haar braucht Balayage-Haar extra Feuchtigkeit und UV-Schutz, damit der Ton nicht stumpf wird.
Build-up
Rückstände von Stylingprodukten, schwer auswaschbaren Silikonen oder Mineralien aus hartem Wasser, die sich Schicht für Schicht auf dem Haar ablagern. Das Haar wirkt dann stumpf, schwer und schlecht formbar, und Pflege kann nicht mehr richtig wirken. Eine gelegentliche Tiefenreinigung mit einem klärenden Shampoo löst die Ablagerungen wieder.
Co-Washing
Kurz für „Conditioner-Washing“: Das Haar wird nur mit Conditioner statt mit Shampoo gereinigt. Die Methode ist besonders bei trockenen Locken beliebt, weil sie das Haar sanft säubert, ohne Lipide zu entziehen. Da sich dabei mit der Zeit Rückstände ansammeln können, gehört gelegentlich ein klärendes Shampoo dazu.
Cortex
Die Faserschicht im Inneren des Haares, die den größten Teil des Haarschafts ausmacht. Sie besteht überwiegend aus Keratin und bestimmt Elastizität, Festigkeit und Farbe des Haares. Colorationen und Blondierungen verändern das Haar genau hier — deshalb fühlt sich chemisch behandeltes Haar oft anders an.
Cruelty-free (tierversuchsfrei)
Kennzeichnung für Kosmetik, die ohne Tierversuche entwickelt und hergestellt wird. Verlässliche Orientierung geben unabhängige Zertifizierungen wie Leaping Bunny, die die gesamte Lieferkette prüfen. Cruelty-free bedeutet nicht automatisch vegan: Ein tierversuchsfreies Produkt kann trotzdem tierische Inhaltsstoffe enthalten.
Feuchtigkeitspflege
Pflege, die dem Haar Wasser zuführt und es dort hält — mit Feuchthaltemitteln wie Glycerin oder Panthenol plus versiegelnden Stoffen wie Ölen. Gut mit Feuchtigkeit versorgtes Haar fühlt sich geschmeidig an, glänzt und lässt sich leichter stylen. Trockenes, krauses oder strapaziertes Haar profitiert am meisten davon.
Frizz
Abstehende, krause Härchen, die das Haar ungleichmäßig und aufgeplustert wirken lassen. Haar ist hygroskopisch: Bei feuchter Luft nimmt es Wasser auf, quillt und verliert seine glatte Form — besonders, wenn die Schuppenschicht aufgeraut ist. Feuchtigkeitspflege, versiegelnde Öle und reibungsarmes Trocknen halten Frizz sichtbar in Schach.
Gelbstich
Unerwünschter gelblicher Ton in grauem, weißem oder blondiertem Haar. Er entsteht durch UV-Licht, Produktrückstände, Mineralien im Wasser oder Umwelteinflüsse — ohne Melanin gibt es kein Pigment, das die Verfärbung kaschiert. Silbershampoos mit violetten Pigmenten neutralisieren Gelb optisch nach dem Prinzip der Komplementärfarben.
Glycerin
Ein bewährtes Feuchthaltemittel (Humectant), das Wasser anzieht und im Haar bindet. Es macht trockenes Haar geschmeidiger und unterstützt die Sprungkraft von Locken. In sehr trockener Luft sollte Glycerin mit versiegelnder Pflege kombiniert werden, damit die gebundene Feuchtigkeit im Haar bleibt.
Gray Blending
Eine Färbetechnik, die graue Haare nicht komplett abdeckt, sondern weich in die Naturfarbe einfließen lässt — etwa mit feinen Strähnen oder transparenten Glossings. Der Ansatz wirkt beim Herauswachsen natürlicher, und der Übergang zum bewussten Grau gelingt schrittweise. Ideal für alle, die ihr Grau zeigen möchten, ohne einen harten Schnitt zu wagen.
Haarbruch
Wenn Haare mitten im Schaft abbrechen statt an der Wurzel auszugehen — erkennbar an kurzen, unterschiedlich langen Härchen und weißen Bruchstellen. Ursachen sind meist Hitze, chemische Behandlungen, Reibung oder zu viel Zug beim Bürsten und Frisieren. Anders als natürlicher Haarwechsel ist Haarbruch ein Pflegethema: schonendes Handling und die richtige Protein-Feuchtigkeits-Balance beugen vor.
Haardichte
Die Anzahl der Haare pro Fläche Kopfhaut — also wie viele Haare du hast, nicht wie dick das einzelne Haar ist. Hohe Dichte lässt das Haar voll wirken, auch wenn die einzelnen Haare fein sind. Haardichte und Haardicke werden oft verwechselt, brauchen aber unterschiedliche Pflege- und Stylingstrategien.
Haardicke
Der Durchmesser des einzelnen Haares — von fein über mittel bis kräftig. Feines Haar wird von schweren Produkten schnell platt gedrückt, kräftiges Haar verträgt reichhaltigere Pflege. Ein einfacher Anhaltspunkt: Ist ein einzelnes Haar zwischen den Fingern kaum spürbar, ist es eher fein.
Haarfollikel
Die kleine Einstülpung in der Kopfhaut, in der das Haar gebildet wird und verankert ist. Jeder Follikel durchläuft eigenständig einen natürlichen Zyklus aus Wachstums-, Übergangs- und Ruhephase. Form und Größe des Follikels bestimmen, ob ein Haar glatt oder lockig und fein oder kräftig wächst.
Haarmaske (Deep Conditioning)
Eine intensive Pflegekur mit höher konzentrierten Pflegestoffen als ein Conditioner. Sie wirkt einige Minuten ein und macht trockenes oder strapaziertes Haar spürbar geschmeidiger — eine Über-Nacht-Anwendung bringt kaum mehr. Als Richtwert genügt für normales Haar etwa eine Maske pro Woche; die Maske ersetzt den Conditioner nicht, beide haben unterschiedliche Aufgaben.
Haarporosität
Beschreibt, wie leicht das Haar Feuchtigkeit aufnimmt und wieder abgibt — abhängig davon, wie dicht die Schuppenschicht anliegt. Haar mit niedriger Porosität nimmt Pflege langsam auf und mag leichte Produkte; hochporöses Haar (oft blondiert oder geschädigt) saugt schnell auf, verliert Feuchtigkeit aber ebenso schnell. Wer seine Porosität kennt, wählt Proteine, Feuchtigkeit und versiegelnde Pflege deutlich treffsicherer.
Hitzeschutz
Ein Spray oder eine Creme, die vor Föhn, Glätteisen oder Lockenstab aufgetragen wird. Filmbildende Stoffe verlangsamen die Wärmeübertragung ins Haar und reduzieren Reibung — sie mildern Hitzeschäden, verhindern sie aber nicht vollständig. Wichtig zu wissen: Nasses Haar ist deutlich hitzeempfindlicher als trockenes, deshalb vor heißen Tools immer gut vortrocknen.
Hydrolysierte Proteine
Proteine (z. B. aus Weizen, Reis oder Seide), die in kleinere Bausteine zerlegt wurden, damit sie am Haar wirken können. Sehr kleine Fragmente können in den Haarschaft einziehen und unterstützen Elastizität und Sprungkraft; größere legen sich als glättender Film auf die Oberfläche. Zu viel davon macht das Haar strohig-steif — die Balance mit Feuchtigkeitspflege ist entscheidend.
INCI
Die „International Nomenclature of Cosmetic Ingredients“ — die standardisierte Inhaltsstoffliste auf jedem Kosmetikprodukt. Die Stoffe stehen in absteigender Konzentration; lateinische Pflanzennamen mit „Oil“ oder „Extract“ kennzeichnen botanische Zutaten. Kompliziert klingende Namen sind nicht automatisch schlecht: Sodium Cocoyl Glutamate etwa ist ein mildes Tensid auf Kokosbasis.
Keratin
Das Strukturprotein, aus dem Haare überwiegend bestehen. Seine Faserstruktur mit Schwefelbrücken gibt dem Haar Festigkeit und Elastizität. Hitze, UV-Strahlung und chemische Behandlungen können Keratin schädigen — nasses Haar ist dabei deutlich empfindlicher als trockenes. Pflegeprodukte mit hydrolysiertem Keratin können die Haaroberfläche glätten und das Haargefühl kräftigen.
Leave-in
Pflege, die nach dem Waschen im Haar bleibt und nicht ausgespült wird — als Spray, Creme oder Serum. Leave-ins pflegen über den Tag hinweg, erleichtern das Entwirren und schützen die Längen vor Reibung und Austrocknung. Faustregel fürs Schichten: von der leichtesten zur schwersten Textur, also erst wasserbasiertes Leave-in, dann Creme, zuletzt Öl.
Lockentypen (2a–4c)
Ein verbreitetes Einteilungssystem für Haarstrukturen: Typ 2 (a–c) steht für Wellen, Typ 3 für Locken, Typ 4 für enge Kringel und Coils — je höher Zahl und Buchstabe, desto ausgeprägter das Muster. Je enger die Windung, desto trockener ist das Haar meist, weil Talg die Spirale schlechter hinabwandert. Der eigene Typ hilft bei der Produktwahl, ist aber nur ein Anhaltspunkt: Viele Köpfe tragen mehrere Muster gleichzeitig.
Naturbasiert
Beschreibt Kosmetik, deren Formulierungen überwiegend auf pflanzlichen oder naturbasierten Inhaltsstoffen aufbauen. Begriffe wie „naturbasiert“ oder „natürlich“ sind rechtlich nicht geschützt — anders als zertifizierte Naturkosmetik mit Siegeln wie NATRUE oder COSMOS. Ein Blick auf die INCI-Liste und vorhandene Zertifizierungen zeigt, was wirklich in der Flasche steckt.
Panthenol
Auch Provitamin B5 genannt — ein vielseitiger Pflegestoff, der Feuchtigkeit bindet und das Haar geschmeidig macht. Er kann in den Haarschaft einziehen, verbessert die Kämmbarkeit und verleiht feinem Haar etwas mehr Griff und Fülle. In Kopfhautpflege wird Panthenol wegen seines angenehm beruhigenden Hautgefühls geschätzt.
Parabene
Eine Gruppe von Konservierungsstoffen, die Kosmetik vor Keimen und Schimmel schützen. In der EU sind sie in festgelegten Höchstmengen zugelassen; einzelne Vertreter sind verboten. Viele Marken verzichten dennoch darauf und werben mit „ohne Parabene“ — dann übernehmen alternative Konservierungssysteme den Produktschutz.
Phthalate
Chemische Weichmacher, die in Kosmetik früher etwa als Lösungsvermittler in Duftstoffen eingesetzt wurden. Mehrere Phthalate sind in der EU für Kosmetik verboten. „Ohne Phthalate“ ist deshalb vor allem ein Transparenzversprechen — es signalisiert, dass auch versteckte Quellen wie Parfümmischungen darauf verzichten.
Plopping
Eine Trockentechnik für Locken und Wellen: Das nasse, mit Pflegeprodukten versorgte Haar wird kopfüber in ein Baumwoll-Shirt oder Mikrofasertuch gewickelt. Die Locken trocknen gestaucht und in Form — das fördert definierte Locken-Clumps und reduziert Frizz. Nach 15–30 Minuten wird das Tuch gelöst und das Haar an der Luft oder mit dem Diffusor fertig getrocknet.
REJUVENIQE®-Öl
Das pflanzliche Signature-Öl von MONAT — eine Mischung aus über einem Dutzend Pflanzenölen rund um Abessinisches Öl (Crambe Abyssinica Seed Oil). Es legt sich als besonders leichter, nicht fettender Film um das Haar, glättet die Oberfläche und sorgt für Glanz und Geschmeidigkeit, ohne zu beschweren. Angewendet wird es als Kur vor der Wäsche oder tropfenweise als Finish in den Spitzen.
Rückfettung
Das gezielte Zurückgeben von Lipiden (Fetten), die dem Haar und der Kopfhaut beim Waschen entzogen wurden. Öle, Buttern und pflegende Conditioner-Bestandteile legen sich schützend um das Haar, halten Feuchtigkeit und machen es geschmeidig. Besonders trockenes Haar und Haar, das häufig gewaschen wird, braucht eine gute Rückfettung.
Schuppenschicht (Cuticula)
Die äußerste Schicht des Haares: flache, dachziegelartig übereinanderliegende Zellen, die den Haarschaft schützen. Liegt sie glatt an, glänzt das Haar und fühlt sich weich an; ist sie aufgeraut — etwa durch Hitze, Reibung oder Colorationen — wirkt das Haar stumpf und verknotet leichter. Saure bis neutrale Pflege, kühles Ausspülen und versiegelnde Produkte helfen der Schuppenschicht, sich anzulegen.
Silikone
Filmbildende Stoffe (z. B. Dimethicone), die das Haar umhüllen und sofort für Glanz, Glätte und leichtes Kämmen sorgen. Sie „ersticken“ das Haar nicht — schwer auswaschbare Varianten können sich aber als Build-up ansammeln, besonders in sulfatfreien Routinen. Wasserlösliche Silikone spülen sich leicht aus; wer ganz verzichtet, findet in leichten Pflanzenölen wie Abessinischem Öl eine ähnliche Sensorik.
Spliss
Gespaltene Haarspitzen, die entstehen, wenn die schützende Schuppenschicht am Haarende abgetragen ist und die Haarfaser aufspleißt. Einmal gespalten, lässt sich Spliss nicht wieder verschließen — nur abschneiden; Pflegeprodukte können die Spitzen lediglich optisch glätten und versiegeln. Regelmäßiges Spitzenschneiden, wenig Hitze und schonendes Bürsten beugen am wirksamsten vor.
Squish to Condish
Eine Conditioner-Technik für Locken und Wellen: Der Conditioner wird mit viel Wasser in das sehr nasse Haar geknetet — mit hörbar „quatschenden“, schöpfenden Bewegungen Richtung Kopfhaut. So gelangt Wasser gemeinsam mit der Pflege ins Haar, die Locken formen sich zu definierten Strähnen. Je nach Haartyp wird danach nur kurz oder gar nicht ausgespült.
Statische Aufladung
Fliegende, abstehende Haare, die entstehen, wenn Reibung — etwa durch Mützen, Wollschals oder Bürsten — das Haar elektrisch auflädt. In trockener Winterluft kann die Ladung schlecht abfließen; gleich geladene Haare stoßen sich ab und stehen vom Kopf ab. Feuchtigkeitspflege, Leave-ins und ein Tropfen Öl leiten die Ladung ab und legen die Haare wieder an.
Sulfate
Stark schäumende Waschsubstanzen in vielen Shampoos, etwa Sodium Lauryl Sulfate (SLS) und das mildere Sodium Laureth Sulfate (SLES). Sie reinigen gründlich, können trockenem, lockigem oder coloriertem Haar aber zu viele Lipide entziehen. Sulfatfreie Shampoos setzen auf mildere Tenside wie Coco-Glucoside — sie schäumen weniger, reinigen aber ebenfalls zuverlässig.
Talg (Sebum)
Das natürliche Hautfett, das Drüsen an jedem Haarfollikel produzieren. Es schützt Kopfhaut und Haaransatz, hält sie geschmeidig und ist der Grund, warum Haar mit der Zeit „fettig“ aussieht. Wie viel Talg produziert wird, ist vor allem hormonell und genetisch bestimmt — häufiges Waschen „erzieht“ die Kopfhaut nicht zu weniger Produktion.
Telogenphase
Die natürliche Ruhephase im Lebenszyklus eines Haares: Nach der Wachstumsphase (Anagen) und einer kurzen Übergangsphase (Katagen) ruht der Follikel einige Monate, bevor das Haar ausfällt und ein neues nachwächst. Da jeder Follikel seinem eigenen Rhythmus folgt, ist es normal, täglich etwa 50–100 Haare zu verlieren. Lebensphasen wie die Zeit nach einer Geburt können vorübergehend mehr Follikel gleichzeitig in die Ruhephase bringen.
Tenside
Die waschaktiven Substanzen in Shampoos: Ihre Moleküle verbinden Fett mit Wasser, sodass Talg, Schweiß und Produktreste ausgespült werden können. Sie reichen von kräftig reinigenden Sulfaten bis zu milden Zucker- und Aminosäure-Tensiden wie Coco-Glucoside oder Sodium Cocoyl Glutamate. Welche Stärke passt, hängt von Kopfhaut, Haartyp und Waschfrequenz ab.
Vegane Kosmetik
Kosmetik, die ohne tierische Inhaltsstoffe auskommt — also z. B. ohne Bienenwachs, Keratin tierischen Ursprungs, Lanolin oder Seide. Vegan ist nicht dasselbe wie Naturkosmetik: Ein veganes Produkt kann synthetische Inhaltsstoffe enthalten, und Naturkosmetik kann tierische Rohstoffe wie Bienenwachs nutzen. Auch sagt „vegan“ allein nichts über Tierversuche aus — dafür stehen Cruelty-free-Zertifizierungen.

Glow Tribe ist ein Team unabhängiger MONAT Market Partner. Dies ist keine offizielle Website der MONAT Global Corp.