Naturbasierte Haarpflege: Was vegan, clean & Co. wirklich bedeuten

6 Min. Lesezeit · Inhaltsstoffe · Anna Schulenburg

„Naturbasiert" bedeutet, dass eine Formulierung überwiegend auf pflanzlichen und natürlichen Rohstoffen aufbaut — rechtlich geschützt ist der Begriff in Deutschland aber ebenso wenig wie „natürlich" oder „Naturkosmetik". Vegan wiederum sagt nur, dass keine tierischen Inhaltsstoffe enthalten sind, und tierversuchsfrei ist noch einmal etwas anderes. Klingt verwirrend? Ist es auch — aber mit ein paar Grundlagen liest du jedes Etikett in wenigen Minuten selbst.

Ist „Naturkosmetik" ein geschützter Begriff?

Nein — und das ist die wichtigste Erkenntnis dieses Artikels. „Naturkosmetik", „naturbasiert" und „natürlich" darf grundsätzlich jeder Hersteller aufs Etikett schreiben; eine gesetzliche Definition gibt es nicht. Genau diese Lücke ist das Einfallstor für Greenwashing.

Verlässliche Orientierung geben zertifizierte Siegel: NATRUE prüft streng und verlangt, dass mindestens 75 % der Produkte einer Linie zertifiziert sind; COSMOS (getragen von BDIH, Ecocert, Cosmebio, ICEA und Soil Association) unterscheidet zwischen „natural" und „organic". Hartnäckiger Mythos: „Steht Naturkosmetik drauf, ist es zertifiziert." Nein — nur ein unabhängiges Siegel belegt eine echte Prüfung.

Ist vegan automatisch Naturkosmetik?

Auch nein. Vegan heißt ausschließlich: keine tierischen Inhaltsstoffe. Über die Herkunft der übrigen Stoffe sagt das nichts — ein Produkt kann komplett synthetisch und trotzdem vegan sein. Tierversuchsfrei wiederum betrifft die Testpraxis; verlässlich belegt das etwa das Leaping-Bunny-Siegel.

Und noch ein Mythos gehört entkräftet: „Natürlich ist automatisch verträglicher." Stimmt so nicht — ätherische Öle zählen zu den häufigsten Kontaktallergenen. Ob ein Produkt zu dir passt, entscheidet deine Kopfhaut, nicht die Optik des Etiketts.

Woran erkennst du Greenwashing?

Typische Warnsignale, die du ab jetzt sofort siehst: grünes Packaging mit Blättern und Vagem wie „mit der Kraft der Natur" — aber ohne Siegel; prominente „frei von"-Claims als einziges Verkaufsargument; und „mit Bio-Aloe-Vera", wenn davon nur Spuren enthalten sind, während die Basis eine ganz gewöhnliche Formulierung ist. Nichts davon ist verboten — aber es ersetzt keine Substanz.

So prüfst du ein Produkt in drei Schritten

Schritt 1 — Siegel suchen. Trägt das Produkt ein zertifiziertes Naturkosmetik-Siegel wie NATRUE oder COSMOS? Wenn ja, ist der Anspruch geprüft. Wenn nein, ist das kein K.-o.-Kriterium — aber dann zählt der Blick auf die Inhaltsstoffe umso mehr.

Schritt 2 — INCI-Liste überfliegen. Die Inhaltsstoffe stehen in absteigender Konzentration — die ersten fünf Positionen machen den Charakter des Produkts aus. Lateinischer Pflanzenname plus „Extract" oder „Oil" bedeutet botanischer Inhaltsstoff; „Paraffinum Liquidum" ist Mineralöl. Wichtig: Kompliziert klingend heißt nicht schlecht — Sodium Cocoyl Glutamate ist zum Beispiel ein mildes Tensid auf Kokosbasis. Mehr dazu liest du im Ratgeber Silikone & Sulfate.

Schritt 3 — Claims gegen Fakten halten. Passt die Werbeaussage zur Liste? „Mit wertvollem Arganöl" verliert an Glanz, wenn das Öl auf Position 28 steht. Je konkreter ein Hersteller wird, desto vertrauenswürdiger ist er meist.

Wo steht MONAT in diesem Spektrum?

Ehrliche Einordnung: MONAT ist keine zertifizierte Naturkosmetik — und sollte auch nicht so genannt werden. Das freigegebene Selbstverständnis lautet naturbasiert: Formulierungen, die auf pflanzlichen Inhaltsstoffen aufbauen, vegan und Leaping-Bunny-zertifiziert tierversuchsfrei sind — ohne Sulfate, Parabene und Phthalate. Ein Beispiel ist das REJUVENIQE® Oil Intensive, eine Mischung aus über 13 Pflanzen- und ätherischen Ölen rund um das Abessinische Öl; die MONAT Scalp Comfort™ Rebalancing Serie besteht zu 85 % aus natürlich gewonnenen Inhaltsstoffen. Welche Inhaltsstoffe zu deinem Haarprofil passen, zeigt dir die kostenlose Haaranalyse — und deine Beraterin erklärt dir danach gern jede einzelne INCI-Zeile, statt dich mit grünen Blättern zu beeindrucken.

Kurz gefragt

Ist „naturbasiert" ein geschützter Begriff? Nein — genauso wenig wie „Naturkosmetik" oder „natürlich". Verlässlich geprüft sind nur zertifizierte Siegel wie NATRUE oder COSMOS.

Ist veganes Shampoo automatisch natürlicher? Nein. Vegan betrifft nur tierische Inhaltsstoffe — ein rein synthetisches Produkt kann vegan sein. Natürlichkeit und Tierversuchsfreiheit sind separate Fragen mit separaten Siegeln.

Ist MONAT Naturkosmetik? Nein, nicht im zertifizierten Sinn. Die Produkte sind naturbasiert formuliert, vegan und Leaping-Bunny-zertifiziert tierversuchsfrei — ohne Sulfate, Parabene und Phthalate.

Sind synthetische Inhaltsstoffe schlecht? Nein. Verträglichkeit und Wirkung hängen am einzelnen Stoff, nicht an seiner Herkunft — manche synthetischen Tenside sind milder als „natürliche" Alternativen, und ätherische Öle können reizen.


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Glow Tribe ist ein Team unabhängiger MONAT Market Partner. Dies ist keine offizielle Website der MONAT Global Corp.